rund umimmobilienverkauf.

Verkaufswissen · 50 Begriffe

Verstehen,
was beim Verkauf zählt.

Fachbegriffe werden nützlich, wenn ihr Unterschied und ihr Bezug zu Ihrer Immobilie klar werden. Finden Sie Definitionen, Beispiele und die nächsten Fragen für Ihren Verkauf.

Zu den ausführlichen Ratgebern →

50 Begriffe

Angebotspreis: Preisforderung und Verkaufswert unterscheiden

Der Angebotspreis ist der Betrag, zu dem eine Immobilie zunächst angeboten wird. Er beschreibt eine Preisforderung, nicht einen bereits erzielten Erlös. Für Verkäufer ist er Teil der Vermarktungsentscheidung. Vergleichbare Inserate liefern Anhaltspunkte, ersetzen jedoch keine Prüfung von Objektmerkmalen und tatsächlichen Marktinformationen.

Begriff verstehen

Auflassung: die Einigung über den Eigentumswechsel

Die Auflassung ist die rechtliche Einigung von Verkäufer und Käufer über die Übertragung des Grundstückseigentums. Sie ist von der Verpflichtung im Kaufvertrag zu unterscheiden. Zur vollendeten Eigentumsübertragung gehört grundsätzlich auch die Eintragung im Grundbuch. Deshalb machen weder eine Vertragsunterschrift noch die Auflassung allein den Käufer zum eingetragenen Eigentümer.

Begriff verstehen

Auflassungsvormerkung: Schutz des Erwerbsanspruchs

Die Auflassungsvormerkung ist eine Grundbucheintragung zur Sicherung des Anspruchs auf Eigentumsübertragung. Sie schützt den Käufer vor späteren Verfügungen, die diesen Anspruch vereiteln oder beeinträchtigen würden. Der Schutz ist kein bereits vollzogener Eigentumswechsel. Verkäufer müssen deshalb Vormerkung, Kaufpreiszahlung, Besitzübergang und Eigentumsumschreibung als getrennte Ereignisse verfolgen.

Begriff verstehen

Aufteilungsplan: die Einheit räumlich zuordnen

Der Aufteilungsplan ist eine Bauzeichnung zur rechtlichen Aufteilung von Wohnungseigentum. Er zeigt die Lage und Größe zugeordneter Bereiche und arbeitet mit einheitlichen Nummern für zusammengehörende Räume. Beim Verkauf hilft er, Wohnung und Nebenräume den Eigentumsunterlagen zuzuordnen; er ersetzt keine aktuelle Wohnflächenberechnung oder Zustandsprüfung.

Begriff verstehen

Baulast: öffentlich-rechtliche Bindung eines Grundstücks

Eine Baulast ist eine öffentlich-rechtliche Verpflichtung zu einem grundstücksbezogenen Tun, Dulden oder Unterlassen nach dem einschlägigen Landesrecht. Sie kann etwa Abstands- oder Stellplatzflächen betreffen. Beim Verkauf ist sie von privaten Grundbuchrechten zu unterscheiden. Zuständigkeit, Nachweis und rechtliche Ausgestaltung müssen für das konkrete Bundesland und Grundstück geprüft werden.

Begriff verstehen

Bedarfsausweis: berechneten Energiebedarf einordnen

Der Bedarfsausweis ist ein Energieausweis auf Grundlage des berechneten Energiebedarfs. Seine Ergebnisse beruhen auf einem festgelegten Berechnungsansatz und Gebäudedaten. Für Verkäufer erklärt er energetische Eigenschaften unter diesen Annahmen. Er dokumentiert keinen individuellen tatsächlichen Verbrauch und ist keine Garantie für spätere Heizkosten eines Käufers.

Begriff verstehen

Besitzübergang: Nutzung und Eigentum auseinanderhalten

Der Besitzübergang beschreibt die Übertragung der tatsächlichen Sachherrschaft über eine Immobilie. Beim Verkauf wird er meist gemeinsam mit dem Übergang von Nutzen und Lasten geregelt. Er ist nicht mit dem Eigentumswechsel im Grundbuch identisch. Für Verkäufer sind der vereinbarte Auslöser, der Übergabeumfang und eine nachvollziehbare Dokumentation entscheidend.

Begriff verstehen

Beurkundung: mehr als eine bestätigte Unterschrift

Die notarielle Beurkundung ist ein gesetzlich geregelter Vorgang, bei dem rechtliche Erklärungen aufgenommen und ihre Tragweite erläutert werden. Beim Immobilienkauf erfüllt sie die vorgeschriebene Vertragsform. Sie ist nicht mit der bloßen Beglaubigung einer Unterschrift gleichzusetzen. Auch nach einer Beurkundung können Zahlung, Übergabe und Grundbuchvollzug noch ausstehen.

Begriff verstehen

Bodenrichtwert: Orientierung für Boden, nicht für das ganze Haus

Der Bodenrichtwert ist ein durchschnittlicher Lagewert für Boden innerhalb einer abgegrenzten Zone mit weitgehend übereinstimmenden Merkmalen. Er wird aus der Kaufpreissammlung abgeleitet. Für bebaute Gebiete wird der Boden so betrachtet, als wäre er unbebaut. Der Wert ist deshalb weder der Gebäudewert noch automatisch der Verkaufspreis des einzelnen Grundstücks.

Begriff verstehen

Dienstbarkeit: begrenzte Rechte am fremden Grundstück

Eine Dienstbarkeit sichert eine bestimmte Nutzung oder Beschränkung an einem fremden Grundstück. Als Grunddienstbarkeit begünstigt sie den jeweiligen Eigentümer eines anderen Grundstücks; persönliche Dienstbarkeiten knüpfen an einen Berechtigten an. Für Verkäufer sind Inhalt, Lage und begünstigte Person beziehungsweise Grundstück entscheidend. Der bloße Name eines Rechts erklärt seine Reichweite nicht.

Begriff verstehen

Eigentumsübergang: Wann wechselt das Recht am Grundstück?

Der Eigentumsübergang ist der Wechsel der rechtlichen Eigentümerstellung. Beim vertraglichen Grundstückskauf sind dafür grundsätzlich die erforderliche Einigung und die Eintragung des Wechsels im Grundbuch notwendig. Die Zahlung des Kaufpreises oder die Schlüsselübergabe sind davon zu unterscheiden. Für den Verkaufsablauf benötigt jedes dieser Ereignisse einen eigenen Nachweis.

Begriff verstehen

Energieausweis: energetische Information richtig lesen

Der Energieausweis informiert über energetische Eigenschaften eines Gebäudes und ermöglicht einen überschlägigen Vergleich. Er wird auf Grundlage von Bedarf oder Verbrauch erstellt. Beim Immobilienverkauf ist er eine eigene Unterlage mit definierter Aussagekraft; er ersetzt weder eine technische Zustandsprüfung noch eine Zusage über den persönlichen künftigen Energieverbrauch.

Begriff verstehen

Erbbaurecht: Bauwerk und Grundstück rechtlich trennen

Das Erbbaurecht ist das veräußerliche und vererbliche Recht, auf oder unter einem fremden Grundstück ein Bauwerk zu haben. Grundstückseigentum und Erbbaurecht sind dabei unterschiedliche Rechtspositionen. Für Verkäufer ist zunächst zu klären, welcher Gegenstand angeboten wird. Vertragsinhalt, Laufzeit und vereinbarte Pflichten dürfen nicht durch die pauschale Bezeichnung Hausverkauf verdeckt werden.

Begriff verstehen

Erhaltungsrücklage: Vorsorge der Gemeinschaft verstehen

Die Erhaltungsrücklage ist eine finanzielle Vorsorge der Wohnungseigentümergemeinschaft für die Erhaltung des gemeinschaftlichen Eigentums. Sie ist von der laufenden Zuführung und von bereits beschlossenen Ausgaben zu unterscheiden. Beim Wohnungsverkauf gehört ihr dokumentierter Bestand in den Zusammenhang mit Gebäudezustand, Maßnahmen und aktueller Gemeinschaftsplanung.

Begriff verstehen

Ertragswertverfahren: Ertrag, Boden und Annahmen verstehen

Das Ertragswertverfahren leitet einen Immobilienwert aus marktüblich erzielbaren Erträgen und weiteren Bewertungsgrößen ab. Dazu gehören Bodenwert, Reinertrag, Restnutzungsdauer und Liegenschaftszinssatz. Für Verkäufer vermieteter Objekte zeigt es, warum die aktuelle Monatsmiete allein keine fachlich nachvollziehbare Bewertung oder Zusage eines Verkaufserlöses liefert.

Begriff verstehen

Exposé: Objektinformationen nachvollziehbar präsentieren

Ein Exposé ist die geordnete Präsentation einer angebotenen Immobilie mit Beschreibungen, Bildern und zentralen Objektangaben. Es unterstützt die erste Entscheidung von Interessenten, ersetzt jedoch keine Prüfung der zugrunde liegenden Unterlagen. Für Verkäufer ist besonders wichtig, belegte Angaben, geschätzte Größen und offene Fragen nicht miteinander zu vermischen.

Begriff verstehen

Fälligkeitsmitteilung: die notarielle Nachricht einordnen

Die Fälligkeitsmitteilung informiert die Vertragsbeteiligten darüber, dass die vom Notariat zu prüfenden Zahlungsvoraussetzungen vorliegen. Ihre Bedeutung ergibt sich aus dem beurkundeten Kaufvertrag. Sie ist weder ein Zahlungsbeleg noch eine Bestätigung der Eigentumsumschreibung. Empfänger, Vertragsbezug, Zahlungsangaben und mögliche zusätzliche Voraussetzungen müssen deshalb sorgfältig zusammen gelesen werden.

Begriff verstehen

Gemeinschaftseigentum: das Gebäude hinter der Wohnung

Gemeinschaftseigentum umfasst bei einer Wohnungseigentumsanlage das Grundstück und die Gebäudeteile, die nicht Sondereigentum oder Eigentum Dritter sind. Für den Wohnungsverkauf ist deshalb nicht nur die einzelne Wohnung relevant. Auch Zustand, gemeinschaftliche Anlagen und dokumentierte Entscheidungen zum Gebäude gehören in die Vorbereitung.

Begriff verstehen

Gemeinschaftsordnung: Vereinbarungen der Eigentümer lesen

Die Gemeinschaftsordnung enthält Vereinbarungen über das Verhältnis der Wohnungseigentümer untereinander. Sie ergänzt die gesetzlichen Regeln innerhalb der rechtlich zulässigen Grenzen. Beim Verkauf hilft sie, Nutzung, Kostenverteilung und weitere gemeinschaftliche Regelungen einzuordnen. Sie ist von Hausordnung, einzelnen Beschlüssen und rein tatsächlichen Gewohnheiten zu unterscheiden.

Begriff verstehen

Grundbuch: Was zeigt das Grundstücksregister?

Das Grundbuch ist das amtliche Register für Grundstücke und grundstücksbezogene Rechte. Es zeigt insbesondere Eigentum, Belastungen und rechtliche Beschränkungen. Beim Immobilienverkauf hilft seine gegliederte Darstellung, den Verkaufsgegenstand und eingetragene Rechte einzuordnen. Den aktuellen Registerinhalt gibt ein Grundbuchauszug wieder; Bauzustand und Marktwert stehen dort nicht.

Begriff verstehen

Grundbuchauszug: Registerinhalt als Dokument verstehen

Ein Grundbuchauszug ist eine Abschrift beziehungsweise ein Ausdruck des Grundbuchinhalts. Er stellt Eigentum und eingetragene Rechte für das betreffende Grundstück dar. Beim Verkauf dient er als Unterlage zur rechtlichen Einordnung. Ausstellungsdatum, Vollständigkeit und benötigte Form sind entscheidend; ein älterer Auszug bestätigt keine späteren Veränderungen.

Begriff verstehen

Grundschuld: Sicherheit und Restschuld unterscheiden

Die Grundschuld ist ein im Grundstück abgesichertes Recht auf Zahlung einer bestimmten Geldsumme. Sie dient häufig der Kreditsicherung, ist aber nicht mit dem offenen Darlehensbetrag gleichzusetzen. Beim Verkauf muss geklärt werden, welche Grundschuld bestehen bleibt und welche nach dem Kaufvertrag entfernt werden soll.

Begriff verstehen

Gutachterausschuss: amtliche Daten zur Grundstücksbewertung

Gutachterausschüsse sind selbstständige, unabhängige Gremien für die Ermittlung von Grundstückswerten und weitere Wertermittlungen. Zu ihren gesetzlichen Aufgaben gehören unter anderem Gutachten und die Führung sowie Auswertung der Kaufpreissammlung. Verkäufer erhalten dort je nach örtlichem Angebot Bewertungsinformationen. Ein Gutachterausschuss ist kein Maklerbüro und vermittelt nicht automatisch einen Käufer.

Begriff verstehen

Hausgeld: laufende Zahlungen der Wohnung erklären

Hausgeld ist die übliche Bezeichnung für laufende Zahlungen eines Wohnungseigentümers an die Gemeinschaft. Die konkrete Höhe und Zusammensetzung ergeben sich aus den maßgeblichen Unterlagen und Beschlüssen. Beim Verkauf sind laufende Kosten, Rücklagenzuführung und etwaige weitere Positionen getrennt zu erklären; Hausgeld ist nicht einfach mit Mietnebenkosten gleichzusetzen.

Begriff verstehen

Hypothek: die forderungsgebundene Grundstückssicherheit

Eine Hypothek ist ein Grundpfandrecht, das eine Forderung durch ein Grundstück absichert. Ihre Bindung an die gesicherte Forderung unterscheidet sie von der Grundschuld. Für Verkäufer kommt es auf die genaue Bezeichnung im Grundbuch und die zugehörigen Unterlagen an, nicht auf die umgangssprachliche Bezeichnung des Immobilienkredits.

Begriff verstehen

Immobilienkaufvertrag: Verpflichtungen klar zuordnen

Der Immobilienkaufvertrag legt fest, welche Immobilie zu welchen Bedingungen verkauft wird. Er begründet die Pflichten von Käufer und Verkäufer und bedarf bei Grundstücksgeschäften grundsätzlich notarieller Beurkundung. Kaufpreis, Übergabe und Eigentumsumschreibung sind dabei unterschiedliche Regelungsbereiche. Der Vertrag allein ersetzt noch nicht den vollständigen Eigentumsvollzug im Grundbuch.

Begriff verstehen

Kaufpreis: vereinbarter Betrag statt Wertversprechen

Der Kaufpreis ist die zwischen Verkäufer und Käufer vereinbarte Gegenleistung für den Kaufgegenstand. Beim Immobilienverkauf gehört er in den notariellen Vertrag. Er unterscheidet sich vom zunächst veröffentlichten Angebotspreis, von einer Werteinschätzung und von dem Betrag, der dem Verkäufer nach individuellen Verpflichtungen verbleibt.

Begriff verstehen

Kaufpreisfälligkeit: Wann muss der Käufer zahlen?

Die Kaufpreisfälligkeit bezeichnet den Zeitpunkt, ab dem die vereinbarte Zahlung geschuldet ist. Beim Immobilienkauf hängt dieser Zeitpunkt häufig von Voraussetzungen im notariellen Vertrag ab. Der Termin der Unterschrift ist deshalb nicht automatisch der Zahlungstermin. Verkäufer müssen Fälligkeit, Zahlungsanweisung und tatsächlichen Geldeingang getrennt in ihrem Ablauf erfassen.

Begriff verstehen

Lastenfreistellung: vereinbarte Belastungen entfernen

Lastenfreistellung bezeichnet die Abwicklung, mit der eine Immobilie von den nicht zu übernehmenden Belastungen befreit wird. Welche Rechte betroffen sind, legt der Kaufvertrag fest. Sie ist kein einzelnes Formular und bedeutet nicht pauschal, dass sämtliche Rechte oder öffentlich-rechtlichen Anforderungen verschwinden. Verkäufer benötigen dafür eine genaue Zuordnung der bestehenden Belastungen.

Begriff verstehen

Löschungsbewilligung: Zustimmung ist noch keine Löschung

Die Löschungsbewilligung ist eine Erklärung, mit der der betroffene Rechtsinhaber die Löschung eines Grundbuchrechts bewilligt. Sie ist eine Voraussetzung innerhalb eines Registerverfahrens und nicht bereits dessen abgeschlossenes Ergebnis. Beim Immobilienverkauf hilft die Unterscheidung, Bankfreigabe, erforderliche Unterlagen und tatsächliche Entfernung eines nicht übernommenen Rechts auseinanderzuhalten.

Begriff verstehen

Makleralleinauftrag: Bindung und Leistung konkret prüfen

Ein Makleralleinauftrag ist eine Maklerbeauftragung mit einer vertraglich geregelten Bindung an einen Anbieter. Welche Handlungen des Eigentümers erlaubt oder eingeschränkt sind, ergibt sich aus der konkreten Gestaltung. Beim Verkauf müssen deshalb Leistungspflichten, Laufzeit, Verlängerung, Beendigung und mögliche Kosten gelesen werden; die Bezeichnung allein erklärt den Vertrag nicht.

Begriff verstehen

Maklerprovision: Vergütung und Auslöser auseinanderhalten

Die Maklerprovision ist die vereinbarte Vergütung für eine Maklerleistung. Ihr Anspruch hängt von der vertraglichen und gesetzlichen Grundlage ab. § 652 BGB verknüpft den Maklerlohn grundsätzlich mit einem infolge Nachweis oder Vermittlung zustande gekommenen Vertrag. Beim Verkauf sind Betrag, Berechnungsbasis, Auslöser und weitere Kosten getrennt zu klären.

Begriff verstehen

Miteigentumsanteil: rechtliche Beteiligung statt Zimmerfläche

Der Miteigentumsanteil bezeichnet den Anteil am gemeinschaftlichen Eigentum, der mit einer Wohnungseigentumseinheit verbunden ist. Er wird als Bruchteil angegeben. Beim Verkauf ist dieser Anteil von Wohnfläche, tatsächlicher Nutzung und einzelnen Zahlungspflichten zu unterscheiden. Die maßgeblichen Angaben stammen aus den konkreten Eigentums- und Registerunterlagen.

Begriff verstehen

Nießbrauch: Nutzungsrechte und Eigentum getrennt betrachten

Nießbrauch ist das Recht, die Nutzungen einer fremden Sache zu ziehen. Bei einer Immobilie kann dies eigene Nutzung und Erträge betreffen; einzelne Nutzungen lassen sich ausschließen. Das Eigentum bleibt eine eigene Rechtsposition. Für einen Verkauf sind deshalb Berechtigter, Umfang des Rechts und konkrete Vereinbarungen zur Nutzung zu prüfen.

Begriff verstehen

Notar beim Immobilienverkauf: Rolle und Grenzen

Der Notar ist beim Immobilienverkauf unabhängiger und unparteiischer Träger eines öffentlichen Amtes. Er gestaltet und beurkundet die rechtlichen Erklärungen und begleitet den vereinbarten Vollzug. Seine Aufgabe ist nicht die einseitige Interessenvertretung des Verkäufers. Marktpreisermittlung, technische Gebäudeprüfung und individuelle Steuerberatung sind davon als eigene Aufgaben zu unterscheiden.

Begriff verstehen

Nutzfläche: Nutzungszweck und Flächenstandard benennen

Nutzfläche ist eine Flächenangabe, deren Bedeutung vom verwendeten Berechnungsstandard abhängt. Die DIN 277 verwendet den Begriff Nutzungsfläche für zweckbezogene Flächen eines Bauwerks. Diese Größe ist nicht mit Wohnfläche gleichzusetzen. Beim Immobilienverkauf müssen Standard, Raumzuordnung und Abgrenzung aus der vorhandenen Berechnung nachvollziehbar bleiben.

Begriff verstehen

Reservierungsvereinbarung: Zusage und Kaufvertrag unterscheiden

Eine Reservierungsvereinbarung soll eine Immobilie für einen bestimmten Interessenten zeitweise vorhalten oder entsprechende Abläufe festlegen. Ihr Inhalt und ihre rechtliche Wirkung hängen von der konkreten Gestaltung ab. Sie ist nicht mit einem notariellen Immobilienkaufvertrag gleichzusetzen. Gebühren, Bindungen und Rückzahlungsregeln benötigen eine gesonderte rechtliche Prüfung.

Begriff verstehen

Sachwertverfahren: Gebäudesubstanz und Markt zusammen betrachten

Das Sachwertverfahren ist ein Verfahren der Immobilienbewertung. Es verbindet den Bodenwert mit den vorläufigen Sachwerten baulicher und sonstiger Anlagen. Anschließend werden Marktverhältnisse und besondere Objektmerkmale berücksichtigt. Für Verkäufer erklärt das Verfahren, weshalb frühere Baukosten allein keinen belastbaren heutigen Verkaufspreis ergeben.

Begriff verstehen

Sondereigentum: was zur einzelnen Einheit gehört

Sondereigentum bezeichnet die individuelle Eigentumsposition an bestimmten Räumen und rechtlich zugeordneten Bestandteilen innerhalb einer Wohnungseigentumsanlage. Es ist mit einem Miteigentumsanteil am gemeinschaftlichen Eigentum verbunden. Beim Verkauf ist diese Zuordnung entscheidend: Räumliche Lage innerhalb der Wohnung bedeutet nicht automatisch, dass jedes Bauteil ausschließlich dem Wohnungseigentümer gehört.

Begriff verstehen

Sondernutzungsrecht: allein nutzen heißt nicht allein besitzen

Ein Sondernutzungsrecht ordnet einem Berechtigten die besondere Nutzung eines Bereichs des gemeinschaftlichen Eigentums zu. Es ist von Sondereigentum zu unterscheiden. Beim Wohnungsverkauf muss die Zuordnung aus den maßgeblichen Unterlagen hervorgehen; tatsächliche alleinige Nutzung eines Gartens oder Stellplatzes belegt das Recht für sich nicht.

Begriff verstehen

Sonderumlage: zusätzliche Gemeinschaftszahlungen einordnen

Eine Sonderumlage ist eine zusätzliche Zahlung, mit der eine Wohnungseigentümergemeinschaft einen besonderen Finanzbedarf deckt. Für ihre konkrete Bedeutung sind Beschluss, Verteilung und Fälligkeit entscheidend. Beim Wohnungsverkauf müssen geplante, beschlossene und bereits gezahlte Beträge unterschieden werden; die Überschrift Sonderumlage allein beantwortet keine individuelle Zahlungspflicht.

Begriff verstehen

Teilungserklärung: die rechtliche Zuordnung einer Wohnung verstehen

Die Teilungserklärung ist die Erklärung, mit der ein Grundstückseigentümer das Eigentum in Miteigentumsanteile mit zugeordnetem Sondereigentum aufteilt. Beim Wohnungsverkauf hilft sie, den rechtlichen Gegenstand der Einheit und zugehörige Regelungen zu bestimmen. Sie ist zusammen mit Anlagen, Änderungen und den maßgeblichen Registerangaben zu lesen.

Begriff verstehen

Verbrauchsausweis: gemessene Daten und ihre Grenzen verstehen

Der Verbrauchsausweis ist ein Energieausweis auf Grundlage erfasster Verbrauchsdaten. Gesetzliche Berechnungs- und Bereinigungsregeln ordnen diese Daten ein. Beim Verkauf zeigt er die energetische Information aus diesem Ansatz, nicht den sicheren Verbrauch des nächsten Bewohners. Ausweistyp, betrachteter Zeitraum und Gebäudebezug gehören deshalb zur verständlichen Darstellung.

Begriff verstehen

Vergleichswertverfahren: aus geeigneten Vergleichen ableiten

Das Vergleichswertverfahren leitet einen Immobilienwert aus geeigneten Vergleichsdaten ab. Die ImmoWertV sieht dafür Vergleichspreise sowie unter bestimmten Voraussetzungen angepasste Vergleichsfaktoren oder Bodenrichtwerte vor. Entscheidend ist die Vergleichbarkeit mit dem Bewertungsobjekt. Eine Liste ähnlicher Inserate ist deshalb noch kein nachvollziehbar angewandtes Verfahren und keine Garantie für den späteren Kaufpreis.

Begriff verstehen

Verkehrswert: Marktwert ist nicht der Inseratspreis

Der Verkehrswert ist der gesetzlich beschriebene Marktwert einer Immobilie zu einem bestimmten Bewertungszeitpunkt. Er berücksichtigt rechtliche und tatsächliche Eigenschaften sowie die Lage und lässt ungewöhnliche oder persönliche Verhältnisse außer Betracht. Ein Angebotspreis oder einzelnes Kaufangebot ist damit nicht automatisch gleichzusetzen. Für Verkäufer ist vor allem die nachvollziehbare Bewertungsgrundlage wichtig.

Begriff verstehen

Vorkaufsrecht: ein möglicher Eintritt in den Kauf

Ein Vorkaufsrecht ermöglicht dem Berechtigten unter bestimmten Voraussetzungen, einen Kauf anstelle des zunächst vorgesehenen Erwerbs durch einen Dritten abzuschließen. Es ist kein allgemeiner Anspruch auf ein beliebiges Kaufangebot. Beim Immobilienverkauf müssen Rechtsgrundlage, Berechtigter und Anwendungsfall geklärt werden. Private Rechte und gemeindliche Vorkaufsrechte dürfen nicht pauschal gleichbehandelt werden.

Begriff verstehen

Wirtschaftsplan: geplante Gemeinschaftskosten einordnen

Der Wirtschaftsplan enthält die für ein Kalenderjahr erwarteten Einnahmen und Ausgaben der Wohnungseigentümergemeinschaft. Er dient als Grundlage für Vorschussbeschlüsse. Beim Wohnungsverkauf erklärt er die laufende finanzielle Planung, bildet aber weder sämtliche tatsächlich entstandenen Jahreskosten noch allein den aktuellen Vermögensstand der Gemeinschaft ab.

Begriff verstehen

Wohnfläche: Berechnungsgrundlage vor Quadratmeterzahl

Die Wohnfläche beschreibt die nach einer benannten Grundlage ermittelte Fläche der Wohnräume und gegebenenfalls anteilig berücksichtigter weiterer Bereiche. Sie ist nicht automatisch identisch mit sämtlichen begehbaren Flächen. Beim Verkauf gehören Quadratmeterzahl, Berechnungsgrundlage und Unterlage zusammen, damit Interessenten die Angabe richtig einordnen können.

Begriff verstehen

Wohnrecht: Wohnen dürfen ohne Eigentümer zu sein

Ein dingliches Wohnungsrecht erlaubt einer berechtigten Person, ein Gebäude oder einen Gebäudeteil unter Ausschluss des Eigentümers als Wohnung zu nutzen. Es wird im Grundbuch gesichert. Beim Verkauf sind Umfang, berechtigte Person und zugrunde liegende Urkunde entscheidend. Das Recht ist weder automatisch ein Mietvertrag noch ein umfassender Nießbrauch.

Begriff verstehen